Besuch aus Riorges zum 2.Advent 2012

„Wir haben ein wunderbares Wochenende erlebt“, schrieb  uns die Präsidentin des Comité du Jumelage Elisabeth Dessaux nach der Rückkehr vom vorweihnachtlichen Besuch in Donzdorf. Bei der Stadtführung in Esslingen konnten sich unsere französischen Freunde ein Bild machen von den zahlreichen historischen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. Die Tatsache, dass das merowingische Reichskloster Saint Denis bei Paris Esslingen zum Aufstieg verhalf, war für die deutschen und französischen Teilnehmer der Stadtführung sehr überraschend. Das Kloster hatte die Gebeine des Märtyrers Vitalis nach Esslingen überführen lassen. Danach entwickelte sich der Ort zu einem stark besuchten Pilgerort, begünstigt durch die günstige Lage an einer alten Fernstraße von Flandern nach Oberitalien, die bei Esslingen den Neckar überquerte.

Esslingen erhielt das Marktrecht (vermutlich schon um das Jahr 800), war Münzprägestätte (950-1050) und kam 1079 an die die Staufer, unter deren Herrschaft zahlreiche historische Gebäude entstanden. Mit dem Reichtum kamen im 13. Jahrhundert die Bettelorden (Dominikaner, Franziskaner und Karmeliter) in die Stadt, die sich um das Seelenheil der Stadtbevölkerung kümmerten, dafür bedeutende Schenkungen und Nachlässe erhielten, mit denen sie im Stadtgebiet Klöster und Kirchen errichteten.

Den Bogen zu spannen zwischen Kunst, Kultur und Kulinarischem gelang uns durch den Besuch des ehemaligen Speyrer Pfleghofs mitten im historischen Herzen der alten Reichsstadt, der heute Firmensitz der Sektmanufaktur Kessler ist. Sie hat als eine der wenigen deutschen Sektkellereien ihre historischen Wurzeln in der Champagne. Georg Christian von Kessler (1787-1826) hatte als Teilhaber und Direktor eines der bedeutendsten Champagnerhäuser Frankreichs Wissen gesammelt und gründete am 1. Juli 1826 in Esslingen die heute älteste Sektkellerei Deutschlands. Der Kessler Riesling-Sekt, gekeltert aus dem König der weißen Rebsorten, mundete den französischen Gästen sehr, ist er doch ein hervorragendes Zusammenspiel süßer Aromen von reifen Äpfeln, Birnen, Honig mit der frischen Säure. Gut angeheitert und gestärkt stürzten wir uns dann in das dichte Getümmel des mittelalterlichen Weihnachtsmarkts. Tornals mit Derwischtänzern, eine Gruppe aus Südfrankreich, bestachen durch große Musikalität und als Stelzenläufer in prachtvollen Gewändern versprühten sie Charme und Lebensfreude. Vielfaltige Handwerkskunst vom Zinngießer, Scherenschleifer bis zum Filzer, Sattler oder Lederer zeichnen den Esslinger Weihnachtsmarkt genauso aus wie originelle Spiele für Alt und Jung, z.B. das Bogenschießen, Eierknacken , mit der fliegenden Kugel Kegel treffen oder das Mäuseroulette.

Beim Besuch des Donzdorfer Weihnachtsmarktes am Sonntag genossen die französischen Gäste die besinnliche Atmosphäre, die liebevoll geschmückten Stände rund um das Schloss und zahlreiche Begegnungen mit deutschen Freunden. Wir besuchten gemeinsam ein Konzert des Chores Chorisma zugunsten von BUWETU in der St. Martinuskirche. Das „wunderschöne Wochenende“, von dem Frau Dessaux schrieb, fand seinen Abschluss im Hasenheim, wo wir begleitet vom Akkordeonspieler Andreas Lang, deutsche und französische Weihnachtslieder sangen.

Der Vorstand von Europabaum wünscht allen unseren Mitgliedern, Herrn Bürgermeister Martin Stölzle, Frau Beate Schnabl, der Stadtverwaltung, dem Stadtrat, unseren Sponsoren und allen Donzdorfer Bürgern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie Glück, Zufriedenheit und Gesundheit im Jahr 2013.