Cognac 2014: Bericht

Flädlessuppe -Kässpätzle –sächsische Quarkkäulchen und vieles mehr in Cognac (Charente)

Zu einem elftägigen kulinarischen Austausch besonderer Art reiste Mitte Oktober eine zwölfköpfige Gruppe aus Donzdorf und Neusalza-Spremberg nach Cognac. Der Veranstalter ADIF, ein Aktionsbündnis für die Integration und Ausbildung junger Menschen in Frankreich, suchte über die Kontaktbörse für EU-Jugendbegegnungen nach einer Partnerorganisation aus Deutschland. Europabaum nahm das Angebot an. Finanziert wurde das Projekt durch Erasmus + und einem Eigenanteil der Teilnehmer, sodass für den Verein keine Kosten entstanden.

Diese multilaterale EU-Jugendbegegnung hatte das Ziel, durch gemeinsames Kochen von 20 jungen Teilnehmern aus Frankreich, Spanien, Moldawien und Deutschland gegenseitiges Verständnis, das Lernen voneinander und Solidarität zu fördern. Die jungen Leute sollten sich der kulturellen Vielfalt Europas, die ja bereits beim Essen beginnt, bewusst werden und sich als Bürger Europas erleben. Dabei bekamen sie auch einen kleinen Einblick in die Küche  Senegals, da die Küchenchefin Ouleye Badji von dort stammt. Landesspezifische Rezepte wurden von den Teilnehmern vor Beginn des Projekts ausgesucht. Jedes Teilnehmerland hatte die Aufgabe, zwei dreigängige Menüs zusammenzustellen, welche in der Küche des Maison de la Mairie in Boutier- einem kleinen Nachbarort von Cognac – in gemischten Gruppen von 10 Personen zubereitet wurden.

In einem Mix-Menü am Ende der Küchenworkshops boten drei Teilnehmerländer ein Gericht an. Mit viel Interesse, Neugier, Konzentration, Toleranz, Respekt, Teamfähigkeit und auch Humor gingen die Teilnehmer an die Arbeit. Das gemeinsame Kochen in den Küchen-Workshops war das „Herz“ des Projekts und die dort anfallenden Diskussionen, das gemeinsame Einkaufen und natürlich das Speisen mit Gästen vom Rathaus in Boutier brachten die jungen Menschen als europäische Bürger näher und boten eine Chance, die interkulturellen Barrieren zu überwinden, in dem sie ihre Erfahrungen, Gefühle und Traditionen einbringen und miteinander teilen konnten.

Die Arbeitsweise stimulierte bei den Teilnehmern die nonverbale Kommunikation, welche schließlich Sprachbarrieren überwinden half.

Ein Teilnehmer brachte es bei der abschließenden Evaluation auf den Punkt:“Ich hätte mir nie vorstellen können, mich so gut mit jemand zu verständigen und zu verstehen, dessen Sprache ich nicht gelernt habe“. So entstanden recht bald viele Freundschaften zwischen den jungen Menschen. Neben den Küchen-Workshops hatten die Veranstalter durch eine gute didaktische Planung, z.B. in Form von „Eisbrecher“-Spielen und anderen Aktivitäten, für ein schnelles Kennenlernen gesorgt, u.a. beim Café International, wo unsere Gruppe schwäbische Dosenwurst, Landjäger, Apfelküchle, Wibele, Bauernbrot, Hefezopf, sächsisches Bier, Dresdner Stollen und gute Schokolade aus Baden-Württemberg anbot.

In einer feierlichen Abschlusszeremonie wurden den Teilnehmern und Betreuern die YOUTH-PÄSSE durch den Direktor Idrissa Badji überreicht, einem Zertifikat der EU, das den Teilnehmern die erworbenen Qualifikationen bescheinigt und für die Bewerbung um einen Studien- bzw. Ausbildungsplatz sehr nützlich ist.

Projektleiterin Angelika Weber und Betreuer Michael Bosch bedankten sich bei ADIF mit einer Abschlussrede und kleinen Geschenken für die große Gastfreundschaft, das wunderbare Essen außerhalb der Küchen-Workshops, die Fürsorge, die zusätzlich ins Programm aufgenommenen Ausflüge nach Royan am Atlantik und die Führung beim Cognac-Hersteller Hennessy.